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Der einstöckige, südliche Teil des Palais, der sogenannte Friedrichsflügel, wurde bereits 1765 fertiggestellt. Das Bild zeigt ihn von der Gartenseite. Dieser Schlossteil diente Friedrich II. als Unterkunft, wenn er Gäste im Palais empfing. Dauerhaft hat er jedoch nicht darin gewohnt.

Auf diesem Bild sehr gut zu sehen ist die vorgelagerte, abgestufte Terrasse einerseits und die weiteren Stufen bis zum „Erdgeschoss“ andererseits. Beide waren ein großer Streitpunkt zwischen Friedrich II. und den Architekten. Zur damaligen Zeit war es bei Schlössern üblich, große Freitreppen zu errichten, auf die am Palais selbst verzichtet wurden. Der König wollte aber als Kontrast hierzu am liebsten ein völlig ebenerdiges Gebäude, wie es beim Schloss Sanssouci bereits der Fall war. Im Gegensatz dazu entstand das Palais jedoch nicht auf einer Anhöhe, und der Baugrund war ein sehr sumpfiges Gelände. Die Architekten sprachen sich daher für ein „Opfergeschoss“ aus, um die teure Inneneinrichtung im Erdgeschoss dauerhaft vor Feuchtigkeit schützen zu können. Letztlich wurden das gesamte Schloss und die Communs unterkellert, durch die abgestufte Terrasse entsteht zumindest gartenseitig weitgehend der Eindruck eines ebenerdigen Schlosses. Der Sockel des Schlosses ist dabei aus Sandstein ausgeführt. Sandstein ist hygroskop, so wollte man das Grundwasser um das Fundament etwas absenken. Letztlich erwies sich der getroffene Kompromiss zwischen Bauherr und den Architekten dennoch nicht als ausreichend. Auch andere Entscheidungen des Königs, wie den Einbau einer innnenliegenden Abführung des Regenwassers zur Vermeidung sichtbarer Regenrinnen und Regenfallrohre, führten zur seit jeher bestehenden Feuchtigkeitsproblematik im Schloss. Verstärkt wurde dies außerdem durch den Einbau von Wasserversorgung und Zentralheizung während der Kaiserzeit. Bei der derzeitigen Rekonstruktion des Schlosses ist man bestrebt, das Feuchtigkeitsproblem durch einen ausschließlichen Ausbau des Kellers als Opfergeschoss erstmals nachhaltig in den Griff zu bekommen.

Fotografiert am 6. Februar 2013.

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