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Das Marmorpalais und die Küche von der Südseite

Das Marmorpalais

Geschichte und Nutzung

Friedrich Wilhelm II. hatte zu seinem Onkel Friedrich II. ein eher gespaltetes Verhältnis. Die Vorstellungen von Leben und Staatsführung beider Persönlichkeiten waren verschieden. So wundert es auch nicht, dass sich Friedrich Wilhelm II. auch nicht für dessen Park Sanssouci begeistern konnte. Nach dem Tod seines Onkels war er nun König von Preußen und ließ sich daraufhin seine eigene Residenz erschaffen. Für ihn entstand der Neue Garten mit dem Marmorpalais als Schloss.
Das Schloss wurde 1787‒1792 errichtet und unterscheidet sich in seinem frühklassizistischen Stil von früheren Schlossbauten in Potsdam, die zumeist im Barock oder Rokoko errichtet wurden. Das zweigeschossige Gebäude mit quadratischem Grundriss wurde als einziges Schloss Potsdams direkt am Wasser gebaut – am Heiligen See. Einige Meter weiter südlich entstand 1788‒1790 die Schlossküche in Form eines verfallenen, antiken Tempels. Diese ist ebenso direkt am See gebaut.
Friedrich Wilhelm II. bermerkte recht bald, dass ihm das Schloss zu klein war. 1797 wurde daher damit begonnen, eingeschlossige Flügel anzubauen. Allerdings verstarb der König noch im selben Jahr. Sein Sohn und Thronnachfolger, Friedrich Wilhelm III., ließ die Anbauten nur noch im Rohbau fertigstellen, da er das Gebäude nicht nutzte.
Das Marmorpalais und die der Obelisk von der SüdseiteDer Innenausbau der Flügel erfolgte erst Jahrzehnte später durch dessen Sohn und Thronnachfolger Friedrich Wilhelm IV. in den Jahren 1843‒1848. Zwar hatte der Bruder Friedrich Wilhelms IV. ‒ der spätere Kaiser Wilhelm I. ‒ das Marmorpalais bis zur Fertigstellung seines eigenen Schlosses Babelsberg kurzzeitig mit seiner Gemahlin darin gewohnt, aber ebenfalls nichts daran geändert.
Spätere Bewohner waren 1881 bis zur Thronbesteigung 1888 Wilhelm II. Dessen Sohn, Kronprinz Wilhelm, war letzter Bewohner des Marmorpalais. Er lebte mit seiner Frau Cecilie von 1904 bis zur Fertigstellung ihres eigenen Schlossbaus Cecilienhof 1917 in diesem Gebäude.
Ab 1932 war das Palais als Museumsschloss der Öffentlich zugänglich, erlitt aber im Krieg einige Schäden. Zunächst wurde das Gebäude nun von der Roten Armee als Offizierkasino genutzt, Rekonstruktionsarbeiten begannen 1954. Ab 1961 nutzte das neu gegründete Deutsche Armeemuseum das Gebäude und behielt es auch nach dem Umzug nach Dresden 1972 als Außenstelle bei. In den 1980er Jahren begannen Planungen zur einer Rekonstruktion des Gebäudes. Seit 1990 gehört es der Schlösserstiftung, die mit der Sanierung fortfuhr. Seit 2009 sind die Baumaßnahmen innen und außen abgeschlossen.
Das Schloss kann ganzjährig besichtigt werden, in den Wintermonaten allerdings nur am Wochenende.

Bildübersicht

Nachfolgend einige Aufnahmen des Marmorpalais, der Küche und des Obelisken. Weitere Ansichten sind im Kurzfilm über den Architekten Carl von Gontard enthalten, der hier angesehen werden kann.

  • Außenansichten
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  • Die Küche des Marmorpalais
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