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Unser Blick richtet sich zunächst in Richtung der beiden Eisenbahnwagen. Bei dem linken Wagen handelt es sich um einen Salonwagen der Kaiserin mit Baujahr 1901 und hat damit direkten Bezug zur Hofstation. Der rechte Wagen hingegen ist ein drittklassiger Schnellzug-Durchgangswagen Baujahr 1912, den es nach seiner Ausmusterung 1977 nach Sassnitz verschlagen hatte. Dort wurde er zu einem kleinen Lenin-Museum hergerichtet und sollte an Lenins Rückkehr nach Russland im April 1917 erinnern. Damals befand sich Wladimir Iljitsch Uljanow, genannt Lenin, im Exil in der Schweiz und erwog den Rückkehr nach Russland zur Vorbereitung der Revolution. In Deutschland sah man dies als Chance, den Kriegsgegner Russland auf diese Weise zu schwächen und unterstützte dieses Anliegen. So fuhr Lenin mit seiner Frau und einigen Wegbereitern mit Unterstützung der Obersten Heeresleitung in einem verschlossenen Wagen mit exterritorialem Status bis nach Sassnitz, um dort weiter per Schiff zurück nach Russland zu gelangen. Dabei wurde sicher nicht dieser Wagen genommen, prinzipiell kann aber die Bauart gestimmt haben. Nach der Wende wurde dieses kleine Museum als obsolet angesehen und für den Wagen wurde eine neue Verwendungsmöglichkeit gesucht

Beide Wagen wurden 2004/05 im Ausbesserungswerk Wittenberge äußerlich in den originalen Zustand versetzt (dabei haben sie auch historische Revisionsanschriften des Raw Potsdam erhalten) und innerlich jeweils mit zwei Seminarräumen ausgestattet.

Bei dem Umbau hat der Bahnsteig auch den kleinen Aufzug erhalten, um ihn auch für mobilitätseingeschränkte Personen oder zum Transport schwerer Ausstattungsgegenstände einfacher zugänglich zu machen.

Fotografiert am 3. Juni 2012.

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